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Spaziergang durch Kallmünz und seine Geschichte

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Foto: Helmut Krönauer

Spaziergang durch Kallmünz und seine Geschichte

Von welcher Seite man sich Kallmünz nähert, fällt der Blick auf den 110 m hohen massiven Kalkfelsen, dem Schlossberg mit seiner Burgruine.

Das malerische Kallmünz liegt im Mündungswinkel zwischen Naab und Vils. Ein romantisches Ausflugsziel umrandet von einer Kalkfelsenlandschaft, die nördliche Toskana, wie sie auch genannt wird. 12 km östlich beginnen bereits die Berge des Bayerischen Waldes.

Die wunderschöne, idyllische Lage, mit den mittelalterlich engen Gassen und der puren Natur, laden zu Erkundungen per Rad, Boot oder mit dem Gleitschirm ein. Natur- und Landschaftsschutzgebiete säumen den Markt. Eine romantische Steinerne Brücke (1549-1558), mit dem Brückenpatron Nepomuk, führt über die Naab, an die sich das Alte Rathaus aus dem Jahr 1603 schmiegt.undefined

Im Alten Rathaus befindet sich im Erdgeschoss das Tourismusbüro. In den Räumlichkeiten im  1. Stock finden wechselnde Ausstellungen und Veranstaltungen statt.

Bei einem Spaziergang durch die schmalen, verwinkelten Gassen entdeckt man das „Haus ohne Dach“, welches im Dolomitfelsen unter der Burg eingebaut wurde oder die ehemalige pfalz-neuburgische Münzstätte in der Vilsmühle (1622), in der ehemals der Kallmünzer Hochzeitstaler von Münzmeister Paur geprägt wurde. Vielfach fallen die alten Wandgemälde an den Häusern auf, die sichtbar erhaltene Spuren verschiedener Maler sind. Die ehemaligen Tore kann man andeutungsweise im Ortskern  (Vilstore, Brunntor) erkennen. Nach einem kurzen Aufstieg auf den Auberg finden Sie das Aubergkirchlein, das zum Schutz vor der Pest erbaut wurde. Das Wahrzeichen von Kallmünz, die Burgruine, ist über mehrere Wege zu Fuß erreichbar mit wunderschönen Aussichten.

Gegenüber vom Alten Rathaus befindet sich die Rokokokirche St. Michael (1751-1758) mit Werken von den ortsansässigen Malern Georg Hämmerl und Mathias Zintl, einer der schönsten Kirchenbauten der Umgebung. Die Urpfarrei St. Michael stammt aus der Karolinger Zeit.

„Calminz“ wurde 983 erstmals in einer Urkunde von Bischof Wolfgang in Regensburg genannt. Seit 1188 ist Kallmünz als Vogtei der Wittelsbacher Herzöge belegt.

Kallmünzer Burg

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Foto: Birgit Feicht

Seit der Jungsteinzeit nimmt Kallmünz eine beherrschende Stellung ein. Ansiedlungen am Hirmesberg in der Bronze- und Latenezeit zeigen, dass Kallmünz schon seit langer Zeit besiedelt wurde.

Kallmünz war ein wichtiger Standort auf dem alten Erz- und Salzweg Amberg-Regensburg und auch für den - erst über eine Furt, dann über Brücken - durchlaufenden Nebenstrang des Fernhandelsweges Nürnberg-Regensburg. So wurde die Burg 1230 von den Wittelsbachern Herzögen ausgebaut, um den Erz- und Salzhandel zwischen Regensburg und Amberg zu sichern. Durch den Sitz von Landgericht und Pflegeamt entwickelte sich der Markt Kallmünz seit dem 13. Jahrhundert stetig und blieb auch durch den Vertrag von Pavia (1329) bei der Wittelsbacher Münchner Linie. Das Marktwappen wurde 1455 durch Pfalzgraf Albrecht III verliehen.

Tauchen Sie in die Ruhe und Stille unserer schattigen Waldwege am Weizenberg oder entlang der Vils des stillen Fallgatters Richtung Traidendorf. Urlaubsruhe abseits der Autostraßen und doch günstige Verkehrsanbindungen z. B. mit der Sonntagslinie Regensburg.

Der Markt Kallmünz hat ca. 2900 Einwohner.

Weitere Personen, die im Ort waren, zum Teil hier lebten und bekannt blieben
J.B. Laßleben, der Vater der oberpfälzischen Heimatbewegung, gründete hier 1906 seine "Oberpfalz", eine der ältesten Heimatzeitschriften Bayerns. Um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert gingen Georg Braunspergers berühmte Darmsaiten von hier über ganz Deutschland. Kirchenmaler Hämmerls Sohn Georg schuf im 19. Jahrhundert verschiedene Glasfenster des Regensburger Doms. Charles Palmie war es auch, der um 1900 das Wort von der "Perle des Naabtales" prägte.
Professor von Canal, Professor Gussow, die Kunstmaler Melchior Kern, Schmidt-Michelsen, Bach, Hänisch, Hummel, Möser, Späthling, von Senger und von den Künstlerinnen sei Frl. Elsa Boyens aus Leipzig, die damals folgendes günstiges Urteil über Kallmünz im Regensburger Anzeiger schrieb: "Die Künstler können sich nichts Schöneres denken. Da fehlen nicht die bunten malerischen Häuschen mit den Terrassen und Treppchen, die sich im Flusse spiegeln und einen fast italienischen Eindruck machen - nicht die seltsamen Felsformationen, die steil zum Wasser abfallen, so dass der Beschauer sich manchmal beinahe nach Norwegen versetzt glaubt - nicht die grünen Matten, die ihn wie Schweizer Almen anmuten - und auch nicht die schattigen Laubwälder, die ihn doch nicht vergessen lassen, daß er in Deutschland ist. "
Auch W. Schacht und F.W. Scholtz aus Dresden sollen nicht unerwähnt sein. Bei vielen Künstlern blieb es nicht bei einem einmaligen Aufenthalt in Kallmünz, sie besuchten die "Perle des Naabtales" oft Jahre hindurch.

Kallmünz im Winter

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Kallmünzer Kunst - lebendige Tradition Kallmünz war und ist ein Anziehungspunkt für Kunstschaffende und -liebhaber aus Nah und Fern. Malschulen wurden seit der Jahrhundertwende fortgesetzt. 1903 findet Wassily Kandinsky von München kommend,  mit seiner Malschule "Phalanx"nach Kallmünz. Gabriele Münter, war eine seiner Schülerinnen in Kallmünz, mit der sich hier verlobte. In den Skizzenbüchern Kandinskys sind neben Oberpfälzer Landschaften Ansichten der Orte Kallmünz, Eich und Nabburg.

Eine große Anzahl Kallmünzer Gemälde von Kandinsky entstehen 1903 und 1904. - Zwei Ölgemälde von Kandinsky, welche Gabriele Münter beim Malen in Kallmünz zeigen, können heute im Lenbachhaus in München gefunden werden. Ein Ölbild von Gabriele Münter zeigt Wassily Kandinsky an einem Berghang in Kallmünz.

Foto: Birgit Feicht

Schliesslich ist uns noch eine Lithographie aus dem Jahre 1836 von Domenico Quaglio (1787 - 1837), Kallmünz mit dem Brunntor, bekannt. Quaglio, einer der besten Architekturmaler der deutschen Romantik, kam vermutlich in die Gegend im Auftrag Ludwigs I., um nach einem Platz für die geplante Befreiungshalle zu suchen. Es soll der Weitzenberg im Gespräch gewesen sein.

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Foto: Feicht

Kallmünz hat Städtepartnerschaften mit St. Genès Champanelle in Frankreich und dem italienischen Monte Rosso al Mare.